ICH BIN EIN…

„Ich nehm mich selber zu ernst, ich bin nicht ich selbst ich verstell mich zu gern. Und ich drück auf die Tränendrüse, grau ist der Bau. Und ich stütz auf ne Lebenslüge bau ich was auf“

„Was ist Realness?“ – Ist zwar schon was her, aber ich stand echt mal kurz davor, das zu googlen. Ich wusste einfach nicht mehr, wer ich bin.

Immer dieses Verstellen. Ich war so, wie mein Gegenüber mich wollte. Habe brav das gemacht, was man sich von mir wünschte und vergaß dabei meine eigenen Wünsche.

Mit meinem Dad hab ich anders gesprochen als mit meiner Mom, mit meiner Lehrerin anders als mit den Kumpels. Klar, das ist irgendwo normal. Aber es gab ne Zeit, da war ich nur selten wirklich ich selbst. Habe viele Sachen gemacht, die ich eigentlich nicht machen wollte. Oft aus Unsicherheit. Oft, um es anderen Recht zu machen. Im Gegenzug machte ich die anderen dann dafür verantwortlich, wenn‘s schieflief.

„Wenn dich einer provoziert, dann schlag ihm mit der Faust hierhin!“

Das riet mir mein Vater und tippte sich an die Schläfe. Witze auf meine Kosten? Das machte mich aggro. Damit kam ich nicht klar. Papas falscher Rat ließ mich am Boden liegend zurück. Dann noch Mobbing in der Schule, geringes Urvertrauen. Immer waren die anderen Schuld. Ich hab oft geglaubt, die Welt hätte sich gegen mich verschworen. Zu viel Selbstmitleid, ich hab fast überall nur Sackgassen gesehen und einfach nur ne Rolle gespielt.

Heute spiele ich nur noch Rollen, auf die ich auch Bock habe. Für TAMI zum Beispiel. Im Video zu „Ich bin ein…“ verkörpere ich so ziemlich alle Klischees eines Gangsterrappers: Gewalt, Betrug, Drogenkonsum, Geldprahlerei, Sexismus, usw. Und da wären wir wieder beim Thema: Mit einem Augenzwinkern übt TAMI Kritik an den „Rollen“ diverser Gangsterrapper, die nicht selten von einem Label oder dem Künstlermanagement kreiert sind, um den Verkauf von Musik und Merchandise Produkten anzukurbeln. Die Fans feiern ihr vermeintlich hartes Vorbild, denken es ist real. So wie mein Gegenüber dachte, ich sei real.

In den letzten Jahren hat sich bei mir zum Glück einiges geändert. Ich habe mir vorgenommen, öfter ich selbst zu sein. Ich hab endlich manifestiert, dass ich es bin, die mich dorthin gebracht hat, wo ich in diesem Moment stehe (oder sitze). Ich habe gelernt, dass es im Grunde ganz easy ist, denn ich hab’s selbst in der Hand. Glück, Ärger, Wut. Selbsterfüllende Prophezeiungen. Meine Gedanken sind der Schlüssel. Ich musste einfach nur aufhören mich selbst zu belügen.

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Also gebt euch das Video (prod. by Butterbrot Films) zu „Ich bin ein…“ (prod. by Spexo)  teilt es und freut euch auf den 15. Januar 2016. Dann erscheint TAMIs Album „Habakuk – und das wird sowas von real!

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