AFRICAN DIASPORA CINEMA


Nenn mir auf Anhieb drei Filme aus Afrika? Wenn du nicht gerade ein ambitionierter Film-Nerd bist, dürfte dir die Beantwortung dieser Frage doch etwas schwerfallen. Um deinen Horizont ein wenig zu erweitern, lege ich dir deshalb das „African Diaspora Cinema“ Festival ans Herz – vom 17. bis zum 27. September in Köln.

Bei dem Festival handelt es sich um eine Filmreihe mit 42 Filmen (Spiel- und Dokumentarfilme, Animationsfilme und Video-Art) aus fünf Kontinenten von Regisseurinnen und Regisseuren afrikanischer Herkunft – darunter auch Nancy Mac-Granaky Quaye und ich, Esther Donkor.

Gemeinsam betreiben Nancy und ich das Projekt „eyeswideopen“. Am 23. September wird unser Kurzfilm „Kniffel“ im Museum Ludwig in Köln gezeigt. Ich freue mich sehr darüber, auch wenn es mir wahrscheinlich ein wenig wehtun wird, diesen Film anzuschauen: Mein Großvater Ludwig Follmann, der in dem Film mitwirkt, ist in diesem Jahr leider verstorben…aber natürlich bin ich umso glücklicher über alle Erinnerungen, die mir an ihn bleiben.

Neben der Filmvorführung und dem fantastischen Festival überhaupt, freue ich mich sehr darüber, verkünden zu dürfen, dass ich kurzfristig an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Ich sehe was, was Du nicht siehst – Schwarze Deutsche in Medien und Gesellschaft“ am 25. September teilnehmen werde. Dort habe ich die Ehre, gemeinsam mit Marie Enganemben, Julius B. Franklin, Marius Jung, Sami Omar und Nadina Schwarzbeck über das diskussionswürdige Thema zu sprechen. Diskussionswürdig deshalb, weil es in Deutschland zum Beispiel eine Vielzahl afrodeutscher Schauspieler gibt, die auch im Jahr 2015 fast ausschließlich in klischeebehafteten Rollen besetzt werden. Drogendealer, Asylbewerber, Tänzer… Ich hab ja selber mal ne Schauspielausbildung angefangen – und durfte dann die mit bunten Trachten behangene und der deutschen Sprache kaum mächtige, afrikanische Heiratsschwindlerin spielen. Auch die anderen Rollenangebote waren nicht gerade rosig, meine Zukunftsaussichten desillusionierend. Aber alles gut. Heute schreibe ich, spielen ist ein Hobby geworden – und bei meiner teilweisen Introvertiertheit bin ich saufroh, dass ich mir nicht durch permanente Extrovertiertheit mein täglich Brot verdienen muss.

Vor allem der Kabarettist und Autor Marius Jung sorgt in der afrodeutschen „Community“ bisweilen für Furore. Vor allem sein Bestseller „Singen können die alle – Handbuch für Negerfreunde“, stößt vielen Schwarzen bitter auf, die das pejorative N-Wort gerne aus dem deutschen Sprachgebrauch verbannt haben wollen. Jungs Erscheinen bei der Podiumsdiskussion sorgt bereits im Vorfeld für Protest und Boykott. Ich freue mich umso mehr darauf, auf ihn zu treffen und mit ihm ins Gespräch zu kommen, da er sich mit seinen Werken doch auch durchaus kritisch, wenn auch auf ironische und humorvolle Weise mit Political Correctness & Co. auseinandersetzt. Einen Boykott empfinde ich an dieser Stelle unangebracht und lächerlich. Da neige ich eher zum Aufeinanderzugehen, als zum radikalen Bekämpfen. Aber ich bin ja eh mehr so die Hippie-Type. Love, Peace, Harmonie, Karma. Das Gesetz der Anziehung. Gewalt erzeugt Gegengewalt… jeder sollte sich selbst so bezeichnen dürfen, wie er will und solange du niemanden beleidigst, ist doch im Grunde alles gut. Klar, eine gewisse Awareness sollte vorhanden sein, die is wichtig. Den Rest hebe ich mir mal für den 25.9. abends auf…. 😉 Kommt rum!

Mehr Infos zu African Diaspora Cinema und ein Programm gibt’s hier:

http://www.filme-aus-afrika.de/

http://www.filminitiativ.de/

An die Kölner: nächste Woche Dienstag oder Mittwoch erscheint auch ein Artikel über Nancy und mich in der Kölner Rundschau. Außerdem ein Beitrag bei Radio Köln. Ich halt euch aufm Laufenden.

 

 

 

 

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