WARUM KÜNSTLER DEPRESSIONEN HABEN

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Wenn du Kunst machst, kennst du vielleicht dieses Gefühl. Du bist nie zufrieden, willst immer mehr. Und dann diese Erwartungshaltung. Die ist so hoch, dass sie nur enttäuscht werden kann. Und saufen und rauchen und heulen und prügeln oder dir ein Ohr abschneiden… Warum Künstler Depressionen haben? Kann ich dir sagen:

Da isser wieder, mein persönlicher creative process. Das volle Programm. Ich arbeite an ’nem neuen Buch. Das soll ganz anders werden als das davor, Alter! Killer! Also Bitch, don’t kill my vibe – ich bin im Rausch! Ideenflashs und Gedanken, Gedanken, Gedanken. Und ne verkrampfte Schulter. Das Kunstmachen is a heavy load. Weil das alles raus soll aus mir – an die Öffentlichkeit. Aber der Alltag macht alles kaputt, die Pflichten und die immer knappe Zeit und die nicht enden wollenden Sorgen, Grübeleien, und wieder Gedanken, Gedanken, Gedanken.
Kunst. Chaos. Immer, wenn was Neues entsteht.

DAS EGO UND DIE PERFEKTION

Immerhin stecke ich nicht mehr in der Matrix fest, beeinflusst von dem ganzen universal mind control um uns herum, auf der Couch sitzdend und meine nicht vorhandenen Eier kraulend.
Oder?
Naja…Hail Netflix & Chill! Neue Staffel Narcos is schon geil….
Aber zumindest versuche ich, etwas Neues zu erschaffen. Ich bin keine Roboterfrau und will nicht mehr um jeden Preis zur Masse dazugehören. Meine Kunst aber, die sollen sie würdigen…

Und hier liegt der Hund begraben. Willkommen in der Welt der unzufriedenen Künstler. Put your hands up if you’re feeling me!

Wenn du Kunst machst, dreht sich zwar alles um den Ausdruck deiner Kreativität und den Glauben daran, dass so vieles möglich ist. Trotzdem leiden ziemlich viele Künster unter Depressionen. Das kann viele Gründe haben. Einer davon ist auf jeden Fall unser verdammt großes Ego.  Wir greifen nach den Sternen und wollen selber zu Stars werden mit unseren supergeilen Tracks, Beats, Texten, Bildern, Filmen….
Aber da, wo es leuchtet, gibt es immer auch Schatten. Und die Schattenseite vieler Künstler ist der tief verankerte Wunsch nach dem Applaus. Um gebührend und vor allem laut applaudiert zu werden, versucht man dann Kunst zu schaffen, um das Publikum um jeden Preis zu entertainen. Und dann kommt die Unzufriedenheit, weil man sich die Messlatte zu hoch setzt, weil es perfekt sein soll. Ein verdammtes Meisterwerk! Aber was ist schon Perfektion? Und obliegt es nicht den wahren Meistern, Meisterwerke zu erschaffen?

1) DEEP REST – KEEP CALM UND MACH 1 PAUSE

Viele Künstler, die im kreativen Schaffensprozess drinstecken, fangen irgendwann auch damit an, sich mit ihrer Kunst zu identifizieren. Wenn du zum Beispiel Mucke machst und in deinen Texten über die Ungerechtigkeiten dieser Welt singst, dann kann es vorkommen, dass du auch irgendwann am Boden zerstört liegen bleiben willst. Mir ging’s zumindest so. Ich habe viel nachdenkliches Zeug aufgeschrieben, traurigen Stuff. Und dann fand ich mich traurig und nachdenklich in der Ecke liegend wieder. Depressiv, würde ein Psychologe das vielleicht nennen. Im Englischen heißt das depressed. Man könnte auch sagen: deep rest, also eine intensive Ruhephase. Das klingt doch gleich etwas entspannter. Und das ist es im Grunde auch. Wenn du von dir selber sagst: „Ich bin halt so! Ende! Aus! Ich bin depri, daran lässt sich nix ändern!„, vergiss nicht: Was auch immer du dir selbst einredest, zu dem entwickelst du dich früher oder später. Also warum diese kraftlosen Phasen nicht hinnehmen. Körper, Geist und Seele wollen dir vielleicht ‚was damit sagen, nämlich, dass Rückzug jetzt genau das richtige ist. KEEP CALM UND MACH 1 PAUSE. Löse dich los von deinem Content und finde wieder zu dir selbst. Und vielleicht entdeckst du dann auch die Kraft des Universums für dich und die Erkenntnis dessen, dass du im Grunde unendliche Energie bist, die hier und jetzt eine menschliche Erfahrung macht.

2) JUNK FOOD

Du bist, was du isst. Den Spruch kennt jeder – und er ist wahr. Gerade in busy Schaffensphasen neigen wir dazu, uns mit Scheiße vollzustopfen. Zackzack, schnell irgendwas reinziehen. Und am Ende des Tages dann kiffen, saufen, rauchen und Co. Das machen Künstler schließlich so! Jeder wie er will. Das rächt sich halt – früher oder später. Ich kann dir nur ans Herz legen, ein bisschen mehr auf deine Ernährung zu achten und auf deinen Körper. Der ist schließlich dein Tempel oder dein Fahrzeug und wenn das kaputt ist, kannst du auch keine gute Kunst mehr schaffen. So wie du dich fühlst, hat auch immer was damit zu tun, was du den lieben langen Tag so in dich reinstopfst. Vielleicht habe deine Eltern dir was anderes beigebracht, aber es ist verdammt wichtig, auf sich selbst zu achten.

3) SEELE VERKAUFT

I sold my soul to the devil: that’s a crappy deal
Least it came with a few toys like a Happy Meal

Du magst von Kanye West halten, was du willst, aber die Line oben von ihm passt hier ganz gut hin. Vielleicht hast du es geschafft. Ein Major Deal, ein großer Verlag, ne hippe Agentur. Die haben Euro-Zeichen in den Augen und  versprechen dir megamäßiges Marketing. Und du hast Mamas und Papas sorgenvolle Worte in den Ohren: Junge, warum hast du nichts gelernt? Denk doch auch mal ans Geld!
Darum legst du dein Kunstwerk in die Hände anderer.  Bäm! Jetzt haben sie die Macht und fällen die Entscheidungen. Das kann angenehm sein, weil du selber nicht mehr so viel organisieren musst. Dass kann aber auch ganz schön frustrierend sein. Deine Kunst gehört jetzt nicht mehr dir allein und sie können im Endeffekt damit machen, was sie wollen. Und du stehst deprimiert in einer Ecke und bist wieder ein Roboter, genau wie ganz am Anfang. Du kannst jetzt nicht  mehr das schaffen, was du willst und was aus deiner Seele kommt. Du schaffst das, was sie dir befehlen. Worst case szenario, aber pass halt auf. Verkauf nicht deine Seele, nur um nach den Sternen zu greifen. Wenn du Geld machen willst, dann machst du früher oder später auch Geld. Du musst nur an dich glauben und mit dir selbst im Reinen sein. Das ist im Grunde die härteste Aufgabe, die die meisten von uns leider nie wirklich antreten.

4) UNSICHERHEIT

Man hat uns gelehrt zu glauben, dass das Negative mit den Realistischen und das Positive mit dem Unrealistischen gleichzusetzen ist. (Susan Jeffers)

Es gibt aber auch die sogenannten Schattenkünstler. Zu denen zähle ich immernoch ein bisschen, auch wenn ich versuche mich Schritt für Schritt davon loszulösen. Was ist ein Schattenkünster? Naja, vielleicht wolltest du schon immer was mit Kunst machen. Musik, Malen oder Schreiben. Das war dir schon von klein auf klar, aber in deiner Family hatten sie andere Pläne für dich. Kohle machen nämlich. Ne solide Ausbildung und dann schön buckeln für die Rente… Auf keinen Fall Kunst! Davon kannst du nie leben! Damit verhungerst du doch nur! Verstaubte Vorstellungen, aber du hast halt gemacht, was sie von dir wollten, weil da niemand war, der dir dich zum Gegenteil ermutigt hat. Und dann landest du in einem Job, der irgendwo im Entferntesten vielleicht was mit dem zu tun hat, was du eigentlich machen wolltest. Wenn du zum Beispiel davon geträumt hast, Schriftstellerin zu werden, arbeitest du in ner Redaktion. Wenn du was Gestalterisches machen wolltest, landest du als Grafiker in ner Agentur, also im Schatten deiner wahren Leidenschaft. Vielleicht machst du auch Promo für Rockstars, dabei wolltest du selber mal einer werden. Und ganz vielleicht machst du auch einfach irgendwas ganz anderes, nur deine wahre Leidenschaft, der folgst du viel zu selten. Du bist verunsichert und glaubst nicht wirklich an dich und deine Gabe. Und du nimmst dir nicht genug Zeit, in dich zu kehren und auf deine innere Stimme zu hören. Zu schüchtern und ängstlich für die eigene Entfaltung…

 

UND JETZT!?

Um ein kreatives Leben zu führen, müssen wir unsere Angst verlieren, unrecht zu haben. (Joseph Chilton Pearce)

Okay, was mir bis jetzt richtig gut geholfen hat, ist folgendes: Loslassen. Anstatt die ganze Zeit zu versuchen, andere glücklich zu machen, habe ich Anfang des Jahres endlich beschlossen, mich mehr auf mein Selbst zu fokussieren. Als Künstler sollte dir nämlich klar sein, dass du zuerst dich selbst zufrieden stellen solltest, bevor du andere zufrieden stellst. Das ist das Geheimnis, das die meisten Künster nicht kennen und deshalb werden sie depressiv. Sie opfern sich auf und reden anderen nach dem Mund. Die höchste Kunstform ist allerdings die, die du für dich selber schaffst und nicht für andere. Schaffe aus deinem Herzen und scheiß drauf, ob sie dein Kunstwerk mögen oder nicht. Du brauchst ihre Bewertung nicht. Wenn du es für dich tust und deine Message unverfälscht teilst, dann ist das gut. By the way, das ist ne Form von Alchimie. Google mal!  😉

ZUSAMMENGEFASST:

Mache es so, dass es dir Spaß macht. Tue nichts von dem du denkst, dass andere es von dir erwarten. Kümmere dich um das, was du möchtest. Do it for yourself first!

Künstler sein ist der Wahnsinn! Künstler zeigen dir, wozu der Mensch alles fähig ist. Sie zeigen dir: wenn du nur an dich selbst glaubst, dann kannst du deine Ziele auch erreichen. Denn du wirst letztendlich immer zu dem, was du dir Tag für Tag selber einredest. In deinen Gedanken, Gedanken, Gedanken… Das was du jeden Tag machst, die Leute mit denen du dich umgibst, das alles hat Einfluss auf dich. Also sei achtsam. Als Künstler und als Mensch.

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